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Touren fuer Geniesser

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36 GOLDIGER KURVENSTAR

36 GOLDIGER KURVENSTAR Wasser als Wegbegleiter: Die Krimmler Wasserfälle (li.) und der Durlaßboden-Stausee (re.) Einst wurde das Gold über den Gerlos ins Erzbistum Salzburg gekarrt: Seit 1962 ist die wunderbar zu fahrende Pass-Straße mit ihren acht Kehren ein Fahrvergnügen für Genießer. Die Gerlos Alpenstraße im äußersten Westen des Salzburger Landes zählt zu den schönsten Pass-Straßen der Alpen. Sie führt mitten hinein in den Nationalpark Hohe Tauern, folgt einem uralten Handelsweg und trägt die unverkennbare Handschrift Franz Wallacks. Der Planer und Erbauer aus Wien hatte in den 1930er Jahren der jungen Republik Österreich mit der Großglockner Hochalpenstraße ein nationales Monument beschert. Sein feines Gespür für eine naturnahe Straßenführung unter Einbezug der regionalen Gegebenheiten hat er bei der Gerlos Alpenstraße erneut bewiesen: Harmonische Kurven und perfekt inszenierte Ausblicke sorgen noch fünfzig Jahre nach ihrer Eröffnung für ein Ausflugsvergnügen der Extra-Klasse.

AUF HISTORISCHEN SPUREN 1949 wurde Franz Wallack mit dem Bau der Straße beauftragt, doch erst elf Jahre später fand der Spatenstich statt. Die prekäre finanzielle Situation Österreichs in der Nachkriegszeit hatte zu dieser Verzögerung geführt. Eröffnet wurde die Straße am 1. Dezember 1962. Dabei war der Weg über den Gerlos schon seit dem 17. Jahrhundert eine wichtige Route, die vor allem den Fürsterzbischöfen zu Reichtum verhalf. Bis 1803 gehörte das Zillertal zum Erzbistum Salzburg: Als 1630 hoch über Zell am Ziller ein reicher Goldfund gemacht wurde, ließen die mächtigen Herrscher eine inländische Straßenverbindung, die weder über Tiroler noch bayerischen Boden führte, erbauen: Im Sommer 1631 war die dreieinhalb Meter breite Straße fertig, sodass eine vierspännige Kutsche den Gerlos überqueren konnte. FAHRT MIT FERNSICHT Heute führt die 7,5 Meter breite Gerlos Alpenstraße auf einer Länge von elf Kilometern über 558 Höhenmeter und acht Kehren mit Höchststeigung von neun Prozent bis zur Landesgrenze auf den Gerlos. Der höchste Punkt mit 1.628 Metern Seehöhe ist am Gerlospass, der so genannten Pinzgauer Höhe, erreicht. Auf der gesamten Strecke bieten sich beeindruckende Ausblicke auf die umliegende Bergwelt, die gigantischen Krimmler Wasserfälle, auf das Salzachtal in Salzburg und die Zillertaler Alpen in Tirol. Regelmäßiges Anhalten und Aussteigen wird dringend empfohlen: So etwa am Parkplatz an der Hangbrücke 6 oder auf der Passhöhe für eine kleine Rundwanderung in den Hochmooren (Naturschutzgebiet). Empfehlenswert ist auch die Wasserfallwanderung, ausgehend von den WasserWelten Krimml am Fuße der Straße. Im Winter führt die Gerlos Alpenstraße mitten hinein ins Skiparadies „Zillertal Arena“ mit 51 Bergbahnen und 143 Pistenkilometern. Die gesamte Strecke zwischen den beiden Talorten Krimml (Salzburg) und Zell am Ziller (Tirol) beträgt 38 Kilometer. Von Mai bis Oktober finden mehrmals täglich die „Krimmler Wasserfestspiele“ im Ortszentrum statt. GERLOS ALPENSTRASSE 37

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